In
Norwegen wurde die Schulpflicht im Jahre 1739 eingeführt. Seither
sind alle Kinder ab dem sechsten Lebensjahr bis maximal 16 Jahren
verpflichtet, die Schulbank zu drücken. Ähnlich wie auch
in Deutschland geht das Schuljahr vom August bis zum Juni im darauffolgenden
Jahr.
Das Schulsystem
in Norwegen ist in drei Stufen aufgeteilt. Es beginnt mit
der Grundschule, was auf Norwegisch Barneskole heißt und
geht bis zur siebten Klasse. In diesen sieben Jahren wird auf
die Vergabe von Noten verzichtet, um unter anderem einen negativen
Leistungsdruck zu verhindern.
Die Lehrer vermitteln den Lernstoff im ersten Jahr größtenteils
spielerisch. Dabei wird neben den Grundlagen der Schrift, soziale
Struktur, Grundkenntnisse der Mathematik auch schon Englisch unterrichtet.
Während den Schuljahren zwei bis sieben erhalten die Schüler
erste Kenntnisse in den Fächern Norwegisch, Religion, Naturwissenschaften
und Englisch und nehmen regelmäßig am Gymnastikunterricht
teil. Ab der fünften Klasse kommen noch Sozialkunde, Geschichte
und Geographie hinzu. Nach der Barneskole gehen die Schüler
in die Sekundarstufe I, der Ungdomsskole über. Sollten die
Noten ausreichen, geht man mit dem Abschluss der zehnten Klasse
in die gymnasiale Oberstufe über und beendet diese nach drei
Jahren.
Aus Sicht des deutschen Bildungssystems ist es besonders bemerkenswert,
dass in den norwegischen Schulen alle Schüler den Unterricht
und die Prüfungen mit Notebooks bearbeiten. Der kritische
Umgang mit den neuen Medien wird hier bereits in den ersten Jahren
vermittelt. Dadurch erhalten die Schüler die Fähigkeiten
und das Wissen, die digitalen Medien als Mittel zum Zweck zu nutzen.
Das Handy beispielsweise ist in deutschen Schulklassen unerwünscht,
in Bayern wurde sogar ein generelles Nutzungsverbot verhängt.
Moderne Lehrer haben jedoch die vielfältigen multimedialen
Möglichkeiten des Handys erkannt und erproben neue Wege,
es im Unterricht kreativ einzubeziehen. Ein innovatives Projekt
ist beispielsweise taschenfunk, das von der Ludwigshafener Bildungseinrichtung
medien+Bildung.com
GgmbH, deren Gesellschafter die Landeszentrale für Medien
und Kommunikation (LMK) ist, ins Leben gerufen wurde. Im Auftrag
des rheinlandpfälzischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft,
Jugend und Kultur (MBWJK) werden hier neue Konzepte für die
Verknüpfung von Unterricht und Weiterbildung mit Fernsehen,
Radio und Multimedia entwickelt. Die kompetenten Medienpädagogen
besuchen daraufhin die verschiedenen Bildungseinrichtungen und
vermitteln daraufhin passende Konzepte und Techniken.
Was in Deutschland als innovative Projekte angeboten werden,
ist in den Skandinavischen Ländern jedoch bereits Alltag.
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