In
Bayern ist das Lehramtsstudium entsprechend der Schularten in drei
Phasen gegliedert. Auf die modulare Variante mit gestuften Studiengängen,
wie sie in anderen Bundesländern vorherrscht, hat man hier
verzichtet. Wer also nach dem Studium an einer Hauptschule unterrichtet,
später aber beispielsweise in die Realschule wechseln möchte,
muss in Bayern eine zusätzliche Lehramtsbefähigung erwerben.
Zunächst erhalten die Studenten eine wissenschaftliche und
theoretische Ausbildung, die sich an ihren gewählten Fächern
orientieren. Die Ausbildung erfolgt nicht nur an den Universitäten,
sondern auch an Fachhochschulen. An einer Kunsthochschule beispielsweise
ist es möglich, das Lehramt bis zu einem bestimmten Semester
zu studieren und anschließend den Abschluss an einer Universität
zu machen. Das erste Staatsexamen darf nämlich nur an einer
Universität abgelegt werden. Das Hochschulgesetz schreibt
jedoch nicht vor, wo die Ausbildung stattzufinden hat. Daher bestehen
zwischen den Fachhochschulen und den Universitäten meist
entsprechende Kooperationen. Nach dem Hochschulstudium beginnt
man mit dem Vorbereitungsdienst, das unter der Bezeichnung Referendariat
eher bekannt ist. Das Referendariat dauert zwei Jahre und beinhaltet
größtenteils eine Ausbildung direkt an mehreren Schulen.
Anschließend tritt man zum zweiten Staatsexamen an und ist
bei Erfolg dazu berechtigt, an einer Schule zu unterrichten. Das
Kultusministerium veröffentlicht jedes Jahr eine Prognose
zum Lehrerbedarf in Bayern. Dabei werden die aktuellen Zahlen
über Lehramtsstudierende, Lehrer und Schüler in Bezug
zu Lehrämtern und Schularten analysiert. Die Prognosen reichen
bis ins Jahr 2025 und können auf der Homepage der Verwaltung
Bayern eingesehen werden.
Die Medienerziehung wird in Bayern seit mehreren Jahren immer
weiter in den Fokus genommen. In den Lehrplänen ist es vorgegeben,
den Kindern bereits ab der ersten Klasse den kritischen Umgang
mit den Medien zu vermitteln. Es werden beispielsweise Aufgaben
durchgeführt, mit denen sich die Schüler über das
Internet mit anderen Grundschulen verbinden und Informationen
austauschen. Oder man muss es schaffen, die Bedeutung eines unbekannten
Wortes mit Hilfe des Internets zu finden. Der Überraschungseffekt
ist hier ein entscheidender Faktor, da die Kinder bereits in jungen
Jahren das Internet als Mittel zum Zweck erkennen. Weiterhin lernen
sie den Umgang mit der Tastatur und schreiben ihre ersten Texte
am Computer. Der Unterricht mit den neuen Medien soll spannend
und informativ gestalten werden und den Schülern Kenntnisse
über neue Lernstrategien vermitteln.
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