Das
Lehramtsstudium in Berlin unterscheidet sich in mehreren Punkten
von der Ausbildung in anderen Bundesländern. Hier ist der Studienlehrplan
nach einem konsekutivem Studienmodell organisiert, in dem Leistungspunkte
vergeben werden. Anders als beispielsweise in Bayern, wo die Lehrer
für einen Wechsel zwischen den Schularten eine neue Lehrbefähigung
benötigen, besteht für die Lehrkräfte in Berlin eine
Befähigung für die Klassenstufen 1-10. Für das Lehramt
an Sonderschulen sowie dem Beruf als Studienrat gilt die Lehrbefähigung
von der siebten bis zur 13. Klasse.
Studenten aus Bayern möchten bestimmt gern einen Studienplatz
auf Lehramt in Berlin belegen, evtl. mit diesen Ausbildungsvoraussetzungen
auch eine Lehramtsstelle. Tägliches Pendeln ist bei knapp
600 km natürlich nicht gegeben, da wird für das Leben über
die Woche der Platz im Studentenwohnheim oder einer WG zu suchen
sein, aber Heimfahrten mit der Bahn von München nach Berlin beispielsweise kann man sich als Mitfahrer dann öfter mal
erlauben. Auch Reisende aus anderen Städten bieten sicher
diese Möglichkeit an.
Das Studium ist in zwei Abschnitte aufgeteilt. Es beginnt mit
dem drei Jahre andauernden Bachelor und beinhalt lehramtsbezogene
Berufswissenschaften wie Deutsch als Zweitsprache, Fachdidaktiken
und Erziehungswissenschaften sowie zwei weitere Fächer, die
für den Beruf als Lehrer relevant sind. An der Freien Universität
Berlin beispielsweise stehen 34 Studienfächer wie Chemie,
Biologie, Sportwissenschaften aber auch Russisch, Griechisch und
Wirtschaftspädagogik mit Lehramtsbezug zur Auswahl. Entsprechend
der Fächerauswahl variieren die Abschlüsse zwischen
einem Bachelor of Science, was den Naturwissenschaften der Fall
wäre sowie einem Bachelor of Arts in künstlerischen
Fächern. Nach dem Bachelor beginnt das Masterstudium und
dauert in der Regel drei Jahre an. Hier werden die bereits erlangten
Kenntnisse aus dem Bachelorstudium vertieft. Es werden beispielsweise
die Fachdidaktik und die Erziehungswissenschaften aus dem Erst-
und Zweitfach fortgeführt. Mit dem Abschluss erlangt man
den Titel des Master of Education. Für Hochschulabsolventen
bietet Berlin
auf seiner Internetseite umfangreiche Informationen und Stellenausschreibungen
für den Berufseinstieg. Lehrkräfte, die sich aus einem
anderen Land nach Berlin versetzen lassen möchte, behalten
ihren Beamtenstatus. Es muss jedoch eine Freigabeerklärung
der abgebenden Schulbehörde innerhalb einer bestimmten Frist
vorgezeigt werden.
In den Berliner Hochschulen bestehen bereits seit längerem
Projekte zur Medienausbildung der Lehrer. Die Humboldt
Universität Berlin beispielsweise ist Mitglied im Hochschulnetzwerk
"Lehrerausbildung
und neue Medien". Der Verbund wurde im Jahre 1999 gegründet
und ist eine Initiative der Heinz Nixdorf Stiftung und der Bertelsmann
Stiftung. Weitere Teilnehmer an der BIG (Bildungswege in der Informationsgesellschaft)
genannten Initiative sind unter anderem die Universitäten
Nürnberg-Erlangen, Dortmund und Bielefeld. Der Zweck dieses
Verbunds ist, neue Ansätze für die Einbindung der neuen
Medien in die Lehrerausbildung zu finden und die Lehrkräfte
dementsprechend zu qualifizieren. Dazu stehen die Fachdidaktiker
und Erziehungswissenschaftler der jeweiligen Universitäten
in regelmäßigem Kontakt.
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