Bremen
kann als zwei Städte Staat Reformen im Schulwesen effektiver
umsetzen als andere Bundesländer. Während andere Regionen
noch darüber diskutieren, besteht hier bereits seit 2010 ein
zweigliedriges Schulsystem. Die Grundschule dauert in Bremen vier
Jahre und wird mit der Oberschule fortgesetzt. Nach der zehnten
Klasse kann hier die Berufsbildungsreife (BBR) oder der mittlere
Schulabschluss (MSA) erlangt werden. Die Fachhochschulreife wird
mit der zwölften Klasse beendet. Das Abitur dauert aktuell
zwar noch 13 Jahre, an manchen Schulen wird sie jedoch bereits nach
der zwölften Klasse absolviert. Das Bremer Schulsystem ähnelt
in mehren Punkten dem in der PISA Studie regelmäßig Top
platzierten skandinavischen Bildungswesen. Auch hier wurde ein Förderzentrum
aufgebaut, das speziell auf die Bedürfnisse und Probleme behinderter
Schüler ausgerichtet ist. Zudem gibt es ein neues Zentrum für
unterstützende Pädagogik (ZuP), das für die Betreuung
der Bremer Schulen in allen Belangen direkt vor Ort zuständig
ist.
Das Lehramtsstudium wurde in Bremen ebenfalls komplett umgestellt.
Grundvoraussetzung für den Berufseinstieg ist zwar immer noch
der Abschluss des ersten und zweiten Staatsexamens, der Weg zur
Staatsprüfung führt jedoch über ein Bachelor- und
ein darauf anknüpfendes Masterstudium vorbei. Bereits zu Beginn
des Studium müssen Fächerkombinationen gewählt werden,
die auch im späteren Beruf ausgebübt werden. Der Bachelor
wird in der Regel nach sechs Semestern entsprechend der gewählten
Studiengänge mit dem Titel Bachelor of Arts oder Bachelor of
Science abgeschlossen. Anschließend ist es möglich, sich
für ein Masterstudium zu bewerben. Je nach angestrebter Schulart
dauert das Masterstudium zwei bis vier Semester. Es dient zur Vertiefung
und Ergänzung des bereits erworbenen Wissens aus dem Bachelorstudium
und soll die Studenten auf das anschließende Referendariat
vorbereiten. Mit der neuen Regelung in Bremen soll der Masterabschluss
mit der ersten Staatsprüfung gleichgestellt werden. Nach dem
Referendariat steht dem Berufseinstieg somit nur noch das zweite
Staatsexamen in Weg.
Laut einer Studie des Medieninstituts
der Länder (FWU) ist die Anzahl der Lehrer, die in ihrem
Unterricht neue Medien einsetzen, sehr unterschiedlich. Im Schulzentrum
in der Pestalozzistraße beispielsweise verknüpfen von
sechzig Lehrern lediglich 36 die neuen Medien mit ihrem Unterricht.
Die Integrierte Stadtteilschule (IS) am Leibnizplatz kann hierzu
mit vierzig von 47 Lehrern, die die neuen Medien in den Unterricht
einbeziehen, auf den ersten Blick zwar deutlich bessere Zahlen
vorweisen. Als Medieneinsatz wurden bei dieser Statistik jedoch
auch die zwei, drei Computer in den jeweiligen Klassenräumen
für kurzfristige Internetrecherchen mit berechnet.
Derartige Tatsachen hat die Bremer
Landesmedienanstalt (brema) dazu bewegt, weitere Projekte
wie den eLearning Kurs "Unterwegs im Web 2.0" ins Leben
zu rufen. Die Schulen können für die Fortbildung ihrer
Lehrer Seminare buchen, um beispielsweise mehr über das Thema
Cybermobbing zu erfahren.
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