Die
Medienerziehung ist neben der Mediendidaktik
und der informationstechnischen Bildung ein weiteres Teilgebiet
der Medienpädagogik. Sie gewinnt mit dem technologischen
Fortschritt, insbesondere der Vernetzung der Welt über das
Internet, immer mehr an Bedeutung und zählt mittlerweile
neben Rechnen, Schreiben und Lesen bildungspolitisch als vierte
Kulturtechnik. Mit der Medienkompetenz
ist jedoch nicht nur der gekonnte Umgang mit innovativen Technologien
gemeint, es vermittelt auch in einem kritischen Rahmen die kompetente
und selbstbestimmte Orientierung in einer mit Medien geprägten
Welt. Es ist wichtig dass das Kind versteht was beispielsweise
ein Inbound Callcenter ist und wie man damit als Erwachsener im
späteren
Privat- und Berufsleben umzugehen hat. Wichtig sind auch der neue
Umgang mit sozialen Netzwerken wie facebook oder google+ . Gerade
junge Menschen stellen zu schnell Informationen ins Netz, die nach
heutigem Kenntnisstand dauerhaft abrufbar bleiben. Ein weiterer
wichtiger Bereich bleibt natürlich der richtige Umgang mit
Online-Spiele oder Film Angebote aus dem Internet.
Um einen kompetenten Umgang mit den Medien lehren zu können,
müssen zunächst passende Lernkonzepte vorhanden sein,
bei denen die Medien gestalterisch auf neue Lernformen eingestellt
sind. Diesbezüglich gibt es bei der Ausbildung von Lehrern
jedoch große Defizite. Die Begeisterung der Kinder und Jugendlichen
für die Nutzung von Medien kann jedoch nur dann auf den Unterrichtsstoff
übertragen werden, wenn auch die Lehrer fortgeschrittene
Kenntnisse und Fertigkeiten mit neuen Medien haben.
Die Integrierung der neuen Medien in den Schulunterricht haben
unter den Intellektuellen unterschiedliche Meinungen hervorgebracht.
Der ehemalige Volks- und Realschullehrer Peter
Struck beispielsweise, derzeit Professor für Erziehungswissenschaften
an der Universität Hamburg, spricht sich deutlich für
die Einführung der Neuen Medien in die Schulen aus. In seinem
1998 erschienen Buch Netzwerk Schule plädiert er für
die Einführung von Lerncomputern bereits ab der ersten Schulklasse.
Dadurch würden die Schüler schneller Rechnen, Schreiben
und Lesen lernen und zudem das Gelernte länger vom Kopf behalten.
Der
Computerexperte und Astronom Clifford Stoll, der Ende der 1980er
Jahre mit der Ergreifung des deutschen Hackers Markus Hess international
bekannt wurde, spricht sich hingegen deutlich gegen die Verkabelung
des Klassenzimmers aus. Die neuen Medien würden entsetzliche
Auswirkungen an der Entwicklung der Kinder haben. Dies sollen
beispielsweise die unterschiedlichen Amokläufe zeigen, bei
denen alle Täter das Internet überdurchschnittlich häufig
nutzten. Die Botschaft des World Wide Web sei lediglich das bequeme
Klicken durch die Seiten und somit eine hervorragende Methode,
das Denken zu vermeiden. Letzen Endes ist es nicht möglich,
die rasante Entwicklung des Internets zu stoppen. Dementsprechend
schreibt der 1925 geborene Erziehungswissenschaftler und Pädagoge
Hartmut von Harting bereits im Jahre 1993 in seinem Buch Die Schule
neu denken, dass der Computer die Schule und ihren Bildungsauftrag
verändern wird, obgleich sie sich nun darauf einlässt
oder nicht. Von Harting rät den Schulen also, sich frühzeitig
mit den neuen Medien anzufreunden, um später nicht überhastet
den Anschluss finden zu müssen.
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