Mikrolernen
ist eine noch relativ neue Variante unter den Lernmethoden und in
der Anwendung erst durch den Einzug der neuen Medien in den Lebensalltag
möglich geworden. Eine eindeutige Definition konnte bislang
jedoch nicht formuliert werden, zumal die Anwendung sehr unterschiedlich
und breit gefächert ist.
Die Bedeutung des Mikrolernens kann beispielsweise beim Erlenen
einer Fremdsprache über verschiedene Medienanwendungen wie
Podcast oder Internet, insbesondere mit Hilfe des Handys verdeutlicht
werden. Die Lerneinheiten sind dabei sehr einfach und kurz gehalten.
Sie dauern meistens nur Sekunden bis wenige Minuten. Man erreicht
jedoch einen guten Lernerfolg, da die einzelnen Einheiten Dank
eines internetfähigen Handys zu jederzeit und an jedem Ort
durchgeführt werden können. Vom Lernumfang her gibt
es nämlich keinen Unterschied, ob man sich mehrere Stunden
mit einem Thema befasst oder diese in kleineren Häppchen
aufteilt und über den Tag verteilt durchnimmt. Mit Hilfe
des Mikrolernens kann der Alltag besser organisiert werden, da
man so genannte "Leerzeiten" wie z.B. eine Fahrt mit
den öffentlichen Verkehrsmitteln oder Wartezeiten beim Arzt,
mit Mikrolerneinheiten wie die Nutzung von Online
Lernkarteien auf dem Handy füllen kann.
Vorgefertigte
Lerneinheiten sind jedoch keine Voraussetzung, um das Mikrolernen
zu nutzen. Es passiert nämlich häufig, dass man diese
Methode bereits unbewusst anwendet. Fällt einem beispielsweise
ein englisches Wort nicht ein, sucht man mit seinem Internethandy
einfach nach dem Begriff. Ohne diese Möglichkeiten vergisst
man im Laufe des Tages, welches englische Wort einem nicht eingefallen
ist. Oder man schlägt später nicht mehr im Wörterbuch
nach, weil das Wort nicht mehr benötigt wird. Dank der neuen
Medien kann somit jede Situation der Unwissenheit zur Weiterbildung
genutzt werden.
Dementsprechend wird sich in den folgenden Jahrzenten durch die
neuen Medien das Allgemeinwissen auf der Welt steigern. Benötigt
man in einer Situation beispielsweise eine wichtige Information,
um das Gespräch fortführen zu können, hat man eine
besonders große Motivation, nach dem Thema zu recherchieren.
Derartige Situationen ermöglichen eine sehr gute Aufnahme
des Wissens. Zudem behält man den Lernstoff lange im Gedächtnis.
Man gibt das eben gelesene Thema nämlich in eigenen Worten
wieder und hat dadurch ein Erfolgserlebnis. Zudem ist man sich
sicher, keine Fehlangaben zu einem eigentlich unbekannten Thema
zu machen, weil das Internet als Quelle genannt werden kann. Die
Medienwissenschaftler sprechen bereits von einem Trend des Mikrolernens,
da immer mehr Menschen das mobile Internet nutzen.
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