Mnemotechnik
(Gedächtniskunst) ist ein künstliches Wort und eine Zusammensetzung
aus den griechischen Wörtern mném? für Gedächtnis
und téchn? für Kunst. Dabei handelt es sich um eine
Methode, mit der man das Gelesene durch so genannte Eselsbrücken
effektiv im Gedächtnis behält. In der Allgemeinheit ist
es bekannt, dass man sich Sätze besser einprägen kann,
wenn sie beispielsweise mit Bildern, Reimen und anderen Schemen
in Bezug gebracht werden. Relativ unbekannt ist jedoch, dass es
durch bestimmte komplexere Techniken möglich ist, sogar ganze
Bücher und mehrstellige Zahlen auswendig zu lernen.
Ein einfaches Beispiel für die Mnemotechnik ist das Einprägen
der Himmelrichtungen. Bei dem Satz Nie Ohne Seife Waschen steht
jeder Anfangsbuchstabe für eine Himmelsrichtung. Mit dieser
bildhaften Merkhilfe weiß man, dass der Osten auf der rechten
und der Westen auf der linken Seite ist.
Eine weitere Methode in der Gedächtniskunst ist die Kettenmethode,
auch Assoziationskette genannt. Dabei lässt man in seinen
Gedanken eine Geschichte ablaufen und ordnet seinen Lernstoff
bestimmten Objekten zu. Diese Methode ist eine besonders gute
Hilfe für das auswendig lernen von Wörtern in einer
bestimmten Reihenfolge. Alternativ ist auch ein Spaziergang in
seiner Umgebung, wobei man die Wörter beispielweise Straßenschildern
oder Gebäuden zuordnet. An die Reihenfolge der Wörter
erinnert man sich daraufhin wieder, wenn man den genauen Ablauf
des Weges im Kopf nochmals durchläuft.
Beim
Erlernen einer Sprache verwenden die Gedächtniskünstler
oft einen interessanten Trick. Dabei ersetzt man die Vokabel mit
einem bekannten Wort und kann dadurch im Gedächtnis eine
bildhafte Verknüpfung erstellen. Das türkische Wort
Güle, das bei der Verabschiedung doppelt ausgesprochen wird,
also Güle Güle und so viel wie Tschüß bedeutet,
kann man beispielsweise mit dem deutschen Wort Gülle in Verbindung
bringen und sich dabei zusätzlich einen Gullideckel vorstellen.
Die zu erlernende Vokabel hat in ihrer Bedeutung zwar keinen Bezug
zum Schlüsselwort, mit der bildhaften Assoziation vergisst
man jedoch zumindest nicht das Wort. Denkt man sich zusätzlich
eine passende Situation vor, wie z.B. ein winkender Mann in der
Gülle, vergisst man nicht, dass das türkische Güle
Güle, Tschüß bedeutet. Ein interessantes und lustiges
Beispiel dafür, auf welche kreative Weise man die neuen Medien
mit traditionellen Lernmethoden wie die Mnemotechnik verknüpfen
kann, findet man auf diesem Musikvideo.
Eine weitere Methode in der Gedächtniskunst ist die Loci-Technik,
das vom lateinischen Wort locus für Ort bzw. Platz abgeleitet
wurde. Hierbei ist es möglich, mit geringem Aufwand eine
bestimmte Abfolge von Dingen im Gedächtnis zu behalten, in
dem jedem Begriff ein fester Platz in einem realen oder erdachten
Raum gegeben wird.
Social Bookmark
|