| Die PISA Studie wird alle
drei Jahre durchgeführt und zeigt den Ländern offen ihre
Defizite auf. In Ländern mit regelmäßig schlechten
Ergebnissen boomen daher privat geführte Schulen. So auch in
Deutschland. Experten warnen im Rahmen dieser Entwicklung bereits
seit längerem über eine Spaltung der Gesellschaft.
Laut
dem Bundesverband deutscher Privatschulen sind mittlerweile in
rund 2.700 privaten Schulen insgesamt 670.000 Schüler angemeldet,
was 7% der gesamten Schüleranzahl ausmacht. Zwei von zehn
Schulen werden nach der Waldorf Pädagogik geführt, der
überwiegende Teil der nicht-staatlichen Bildungsstätten
wird jedoch von christlichen Kirchen getragen. Das starke Interesse
der Eltern zeigt sich besonders in einem Vergleich mit dem Jahre
1992. Damals waren es nämlich noch 445.000 Schüler.
Die rasante Entwicklung lockt auch immer mehr Unternehmen in den
Bildungsbereich. Die
Phorms Management AG beispielsweise verdient ihr Geld mit
Schulen und hat mittlerweile mit dem Campus Berlin Mitte, Frankfurt
City, Campus München und drei weiteren, insgesamt sechs am
Start. Geplant sind weitere Filialen bundesweit zu eröffnen.
Das Konzept ist jedoch erfolgsversprechend und garantiert eine
deutlich bessere Entwicklung der Schüler als an staatlichen
Schulen. Von Beginn an wird großer Wert auf die Entwicklung
des logischen Denkens, der Kreativität sowie Erlernung von
Fremdsprachen, insbesondere Englisch, gelegt. Die Klassenräume
sind multimedial mit beschreibbaren Whiteboards und Laptops ausgestattet.
Während des Unterrichts können Schüler und Lehrer
zur Recherche auf das Internet zurückgreifen und beispielsweise
eLearning Programme nutzen. Somit lernen die Kinder bereits in
der Grundschule den Umgang mit dem Computer und sind in ihrer
folgenden Schullaufbahn mit den Fähigkeiten, am PC zu recherchieren,
zu schreiben und zu rechnen sowie Präsentationen erstellen
zu können, anderen Schülern weit voraus.
Trotz alle dem sind laut dem Institut für Internationale
Pädagogische Forschung in Frankfurt am Main private Schulen
nicht grundsätzlich besser als gesetzliche. Das Institut
beruft sich auf Stichproben, die in staatlichen und privaten Schulen
durchgeführt wurden. Dabei stellte man fest, dass es keinen
besonderen Leistungsvorsprung von nicht-staatlichen Bildungsstätten
gab. Dem stimmt auch die Vize-Vorsitzende der GEW
(Gewerkschaft, Erziehung und Wissenschaft), Frau Marianne Demmer
zu. Sie empfiehlt Eltern, ihre Kinder lieber an die nächstgelegene
Schule zu schicken, statt sie in weit entfernten nicht-staatlichen
Lehranstalten anzumelden. Es sei für die soziale Entwicklung
des Kindes wichtig, im gewohnten Umfeld aufzuwachsen und den Schulweg
selbständig zu bewältigen.
Und nicht zuletzt sollten sich natürlich auch die Lehrer
ihre privaten Möglichkeiten hinsichtlich fehlender Vergünstigungen
vor Augen halten. Privat angestellt Lehrer haben keinen Beamtenstatus,
ergo entfallen auch die sonst üblichen "B"-Vergünstigungen.
Gerade Junglehrer sollten reguläre Kredite einmal mit einem
Beamtendarlehen vergleichen und dann entscheiden, welchen Weg
sie gehen möchten. Eine solide Finanzierung gewährt
letztendlich auch die Neutralität und Unabhängigkeit,
die man von jedem Akademiker erwartet.
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