Mit
dem Fortschritt der neuen Medien haben sich auch die Lernformen
entwickelt. Besonders der virtuelle Bereich, mit dem nicht nur die
virtuellen Universitäten, Online-Seminare und sonstigen künstliche
Abbildungen gemeint sind, hat neue Möglichkeiten eröffnet.
Es gibt in der Informatik verschiedene Subdisziplinen, die sich
mit dem virtuellen befassen. Die Softwaretechnik, die computer
mediated communication (CMC) und die computer
supported cooperative work CSCW. Diese Disziplinen haben in
Anbetracht der Möglichkeit, sie mit klassischen Lernformen
wie Seminare, Simulationen, Selbsthilfegruppen und Tutorien verknüpfen
zu können deutlich an Bedeutung gewonnen.
Ein typisches Beispiel für das virtuelle Lernen ist der
interaktive Online Sprachkurs. Dieses Medium ermöglicht es
jeder Alters- und Berufsgruppe unabhängig von Zeit und Ort
eine Fremdsprache neu zu erlenen bzw. sein vorhandenes Wissen
testen zu lassen und dementsprechend weiter zu vertiefen. Was
in früheren Zeiten mit Audio- oder Videokassetten erfolgte
und in der Besorgung zeitaufwendig war, erhält man heute
mit nur wenigen Klicks bequem über das Internet. Die Sprachkurse
bieten auch Online-Seminare live an. Dabei melden sich die Teilnehmer
zur selben Zeit über ein Portal an und können mit den
Kollegen und der Lehrkraft über Mikrofon und Lautsprecher
in Kontakt treten. In dieser Variante kann der Sprachlehrer Hilfestellungen
leisten und auf persönliche Rückfragen der Teilnehmer
eingehen. Die Schüler lernen somit schneller und effizienter.
Zudem ist die Teilnahme sehr angenehm, da ein aufwendiger Besuch
in einer Sprachschule komplett wegfällt. Ein besonderer Vorteil
einer virtuellen Sprachschule ist auch die Unterhaltung mit anderen
Teilnehmern in der zu erlernenden Sprache.Alleine mit der Theorie
wie Grammatik und Vokabelunterricht ist es nämlich nicht
möglich, eine Sprache zu lernen.
Das
virtuelle Lernen wird jedoch nicht nur von Sprachschulen genutzt.
Die verschiedensten Bereiche haben sich bereits auf diese neue
Medienform eingestellt und ihre Teilnehmerzahl dadurch deutlich
gesteigert. Das virtuelle Lernangebot steckt bislang noch in den
Kinderschuhen, wird jedoch in den kommenden Jahrzenten eine rasante
Entwicklung nehmen. Besonders die deutschen Hochschulen hinken
hier noch hinterher. In einer Umfrage der Hochschul-Informations-Systeme
GmbH, bei der etwa 1.000 Hochschulprojekte erfasst wurden, wurde
deutlich, dass lediglich 10% der Projekte dem Lernen mit und in
Netzwerken gewidmet waren. Der überwiegende Teil der Professoren
nutzt die neuen Medien zwar für die Bereitstellung ihrer
Skripten, weitere Angebote sind jedoch nur selten vorhanden. Die
Lehrkräfte haben nämlich selber keine oder nur sehr
geringe Kenntnisse darüber, wie sie ihren Unterricht mit
dem virtuellen Lernen verknüpfen können.
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